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11.01.2009

37. Egmond-Halbmarathon

Überholen bis auf den letzten Meter

Nachdem Marco van Beek, Inhaber von Laufsport Bunert Kleve im Herbst eine organisierte Tour zum traditionellen Egmond-Halbmarathon angekündigt hatte, beschlossen Peter Wasser, Uli Baumann und ich, daß man dieses spezielle Event doch mal mitnehmen könnte. Wo hat man sonst die Gelegenheit, einen organisierten Lauf am Nordseestrand entlang mitzumachen? Die unwägbaren Wetterbedingungen Anfang Januar gaben natürlich noch den besonderen Kick.

Leider mußte Uli aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig passen, so daß Peter und ich, begleitet von Nicola, zu dritt am frühen Sonntag morgen nach Kleve fuhren, wo der Bus auf uns wartete. Pünktlich um sieben Uhr ging's los, 24 Lauffreunde vom Niederrhein hatten sich letztlich eingefunden, darunter unter anderem Hans Verberkt mit einem Trupp vom Lauftreff Schnecke Sonsbeck, oder auch Knut Haaver aus Weeze, von dem später noch die Rede sein wird.

Gruppenbild Bild: Marco van Beek

Busfahrer Theo mußte zunächst mit zwei schlechten Nachrichten aufwarten: es gab keinen Kaffee (Leitungen eingefroren - draußen war's sechs Grad unter Null), und die Bordtoilette funktionierte nicht (ebenfalls eingefroren). Nun gut, ließ sich nicht ändern... nachdem dann gnädigerweise das WDR4-plärrende Bordradio abgeschaltet war, verlief die restliche Fahrt angenehm und ereignislos. Gegen 9:30 erreichten wir den Busparkplatz im Zentrum von Egmond aan Zee.

Umgehend wurde der Bus zur provisorischen Umkleidekabine umfunktioniert. Einige Teilnehmer hatten für den Viertel-Marathon gemeldet und mußten bereits um 10:30 an den Start. Die Halbmarathonis hatten etwas mehr Zeit; für sie ging es erst um 12:30 los, so daß noch genügend Zeit für einen Bummel durch den Ort und einen kleinen Strandspaziergang blieb. Hier die erste Überraschung: auch wenn es knapp über Null war, pfiff ein eisiger Wind über den Strand, der die gefühlten Temperaturen deutlich in den Keller drückte. Natürlich kam der Wind für die Läufer genau aus Gegenrichtung, so daß sich der eine oder andere nochmal die Kleiderwahl überlegte.

Beim Rundgang durch den Ort stellten wir übrigens fest, daß die Veranstaltung scharf bewacht wurde: an mehreren Stellen waren Schützenpanzer des niederländischen Militärs mit einsatzbereiten Maschinengewehren aufgefahren. Keine Ahnung, mit welcher Bedrohung da gerechnet wurde...

Marco hatte in der Zwischenzeit bereits die Startnummern abgeholt, so daß sich nun auch die Halbmarathonis umziehen und sich langsam Richtung Start machen konnten. Die Organisatoren hatten das Prinzip der Startblöcke bei 10.000 Teilnehmern ernstgenommen und richtige "Käfige" aus Bauzäunen aufgebaut. Es wurde auch streng darauf geachtet, daß sich keiner in den falschen Block einordnete.

Um 12:25 fiel "vorne" der Startschuß für die Top-Läufer, und exakt 8 Minuten später wurde unser Block auf die Reise geschickt. Zunächst ging es drei Kilometer durch den Ort. Nach den ersten 1000m zeigte meine Uhr "4:16"- oops, bißchen schnell für einen "Halben"... auf den nächsten beiden Kilometern erledigte sich dieses Problem aber von selbst: das Feld war so dicht, daß man dauernd überholen und langsamere Läufer umkurven mußte. Außerdem lief unser Block nach ein paar Minuten auf den vorherigen auf, der ausschließlich aus Firmen-Läufern sämtlicher Leistungsstufen bestand, zumeist aber der unteren, was die nachfolgenden Läufer doch stark behinderte.

Bei Kilometer drei ging's dann endlich durch tiefen Dünensand raus auf den Strand. Der Wind blies nach wie vor eisig genau von vorne. Es war zwar Ebbe (und der Strand relativ breit), aber es gab noch genügend Gezeitentümpel, so daß man nur selten direkt an der Wasserlinie laufen konnte.

Es zog sich eine schier endlose Kolonne aus Läufern den Strand entlang. Dummerweise schienen vor uns nur langsamere unterwegs zu sein: ich überholte einen nach dem anderen, was aber nicht ganz einfach war: rechts der "Spur" war das Meer, links war tiefer Sand. Im Pulk bleiben schützte einen zwar vor dem Wind, man kam aber nicht so recht voran. So mußte ich dauernd abwägen, ob der schwere Untergrund und der Gegenwind das Überholen rechtfertigte.

Leider waren am Strand keine Kilometer-Markierungen angebracht. Ich wußte lediglich, daß das Ende des Strandabschnitts bei km 10 lag. Ich hatte aufgrund der Verhältnisse mit einer Zeit von ca. 52-53 Minuten gerechnet und war doch etwas überrascht, als die Uhr bei der 10km-Zeitkontrolle exakt 50 Minuten zeigte.

Diese Anstrengung sollte sich dann aber doch rächen, denn nach den 7 Kilometern am Strand entlang ging es keineswegs auf befestigten Wegen weiter. Statt dessen waren die nächsten zwei Kilometer auf unbefestigten Wegen zwischen den Dünen zurückzulegen, wobei die Höhe der Dünen durchaus beachtliche Werte erreichte. Und immer noch überholte ich kontinuierlich andere Läufer. Wie kamen die mit diesem Tempo in die vorderen Startblöcke...?

Bei Kilometer 12 war das schwere Gelände endlich vorbei, und es ging auf befestigten Fahrradwegen weiter durch die Dünen und den angrenzenden Wald. Hier machte sich dann bei mir das hohe Tempo auf dem Strandabschnitt bemerkt, das bisherige Tempo war nicht mehr zu halten. Nun gut, eine neue Bestzeit hatte ich mir heute sowieso nicht vorgenommen.

Hinter den Dünen, also auf dem Rückweg, kam der Wind aber nun nicht etwa von hinten, sondern war plötzlich ganz weg und durch die Dünen abgeschirmt. Dadurch wurde es unter den winddichten Klamotten plötzlich ganz schön warm; Halstuch und Handschuhe schienen plötzlich überflüssig. Einige Läufer vor mir (die natürlich ebenfalls überholt wurden) zogen sich sogar die oberste Kleidungsschicht aus; am Streckenrand waren verdächtig viele weggeworfene Handschuhe und Mützen zu sehen.

Nachdem ich die ersten beiden Verpflegungsstände ausgelassen hatte, machte ich am dritten bei km 16 halt. Uaahhh... Wasser und Iso-Getränk waren eiskalt. Kurz dran genippt und weg damit, bäh... Den Tee habe ich wohl übersehen, keine Ahnung ob der wenigstens warm war.

Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel (ich überholte immer noch reihenweise andere Läufer) ging's nochmal quer durch die Dünen (irgendjemand sagte was von "Berg der blutigen Beine" oder so), bevor die Zielgerade (ebenfalls nochmal mit einer gemeinen Steigung versehen) erreicht war. Auch auf den letzten Metern wurde natürlich noch kräftig überholt; etwa 500 Meter vor dem Ende stand Nicola mit einem "Go Thomas!" Schild und motivierte mich zu einem Endspurt. Im Ziel stoppte meine Uhr dann bei 1:47:45 - angesichts der Strecke und des eisigen Windes war ich damit voll zufrieden.

Weniger zufriedenstellend war der Nachzielbereich: die Medaille mußte man sich selbst aus einer Kiste angeln, und als Verpflegung gab es lediglich ein (in Worten: ein!) kleines Fläschchen Iso-Getränk pro Läufer. Das scheint in den Niederlanden üblich zu sein, trotzdem könnte man hier (auch angesichts der Startgebühr) durchaus etwas mehr bieten. Dafür entschädigt wurde ich durch eine Rose, die mir Nicola direkt hinter dem Nachzielbereich überreichte ;-)

Einen so großen Lauf muß man einfach mal erlebt haben, selbst der Köln-Marathon ist nichts dagegen. Das Feld war vom ersten bis zum letzten Meter extrem dicht, überholen war immer schwierig aufgrund der vielen langsameren Läufer in den vorderen Startblöcken. Trotzdem ist der Anblick dieser endlosen Schlange, die sich den Strand entlang und durch die Dünen windet, schon sehr beeindruckend. Es kamen letztlich 9.081 Finisher ins Ziel (bei 10.000 Meldungen). Im Viertelmarathon hatten übrigens 2.354 von 2.500 Startern das Ziel erreicht.

Sieger des Laufes wurde der Kenianer Wilson Kipsang in 1:05:35 vor dem Niederländer Michel Butter (1:05:50) und dem Äthiopier Chala Dechase (1:05:52). Bei den Damen siegte die Äthiopierin Workitu Ayanu in 1:16:33 vor den beiden Niederländerinnen Hilda Kibet (1:17:32) und Ilse Pol (1:19:21).

Der Lauf wurde in hierzulande unüblichen Kategorien gewertet (Wettkampfläufer, Freizeitläufer ("recreanten"), Firmen-Wettkampfläufer und Firmen-Freizeitläufer). Wie sich leider erst nach unserer Rückkehr herausstellte, konnte der mitgereiste Knut Haaver aus Weeze mit einer Zeit von 1:18:42 die Kategorie "Freizeitläufer" gewinnen - Erster von 5821 Teilnehmern! Herzlichen Glückwunsch!

Busfahrer Theo hatte den ganzen Tag auf uns gewartet, und nach eigenem Bekunden noch nie so oft die Türen öffnen und schließen müssen - es war ein ständiges Kommen und Gehen im "Umkleide-Bus". Nachdem aber alle umgezogen waren, konnte bereits gegen 16:00 die Heimreise angetreten werden; etwa zweieinhalb Stunden später endete der Ausflug dann wieder in Kleve an der Kreisverwaltung.

Fazit: ein Lauf, den man mal mitgemacht haben sollte, den man aber nicht unbedingt jedes Jahr machen muß. In den nächsten drei Jahren dürfte das allerdings für die LLG sowieso nicht möglich sein, da der Egmond-Halbmarathon dann am gleichen Tag wie unser eigener Kevelaer-Marathon stattfinden wird ;-)

Fotos gibt's leider nicht, meine Kameratasche hatte ich dummerweise zuhause stehenlassen. Einige Eindrücke kann man sich aber in der Fotogalerie des Veranstalters verschaffen.

Thomas Rauers

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Veranstaltungen am Niederrhein und/oder mit der LLG am Start:

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Zevenheuvelenloop/NL
So., 19. November 2017

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Bertlicher Straßenläufe
So., 3. Dezember 2017

Sylvesterlauf Pfalzdorf

Sylvesterlauf Pfalzdorf
So., 31. Dezember 2017

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Sa., 7. Januar 2018

LC Nettetal

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